Für seine Eltern, mangelt es Joven nicht daran, dass er über sein Handeln zu wenig nachdenken würde. Ihnen wäre viel lieber er würde denken bevor er etwas tut. Aber all zu oft scheint er von einer nicht zu bändigenden Kraft gesteuert zu sein. Zum Glück hat er ja auf der Insel genügend Auslauf.
Er sei keine reflektierte Person, behauptete die Lehrerin im Handwerksunterricht, als er sein misslungenes Taburett zerlegte. Offensichtlich hat sie sich getäuscht. Die Welt ist schön.
Jovens Tag hat viele Farben. Manchmal an jedem Tag andere. Er weiss nicht, ob er überhaupt schon alle Farben kennt.
Farben, denkt er, wären ein spannendes Schulfach, darüber würde er gern etwas lernen.
Bess
Rund um die allabendlich zusammensitzenden Volanterinnen bleibt das Meer ganz ungerührt oder tragen die Wellen all das Palaver in die Welt hinaus?
Milla Cremeso brachte heute Millefeuille mit. Joven weiss jetzt nicht so genau wie er seine Finger und sein Gesicht von der Vanille Creme befreien kann.
Eine Expertengruppe besucht heute die Stelle, wo ein grosser Teil des Sandstrandes in das Meer abgerutscht ist. Es sind weder Geologen, noch Naturwissenschafter. Es sind Glücksforscher. Sie wollen herausfinden, ob ein Zusammenhang zwischen der sich ständig verändernden Insel und der Zufriedenheit der Volanter besteht.
Mit Glück waren alle wieder vor der Flut im trockenen.
Ein teil des Strandes ist leider über Nacht weggeschwemmt worden. Frau Adler weiss nicht weiter. Joven ist verunsichert, kann er einfach weiter gehen oder muss er irgendwie Hilfe anbieten? Auf jeden Fall kommt er heute zu spät nach Hause. Das kann er gut begründen.
Es gäbe viel zu berichten. Leider sind die Bildermacher aber so mit anderen Dingen beschäftigt und jeden Abend irgendwo bei Glühwein und Lebkuchen anzutreffen, da bleibt keine Zeit, um das Inselleben festzuhalten.
Joven mag es nicht, wenn er auf seinen Rundgängen angesprochen wird oder sich erklären soll. Schon gar nicht von älteren Schülern. Also möglichst unauffällig und mit Abstand vorbeigehen.
Bei Frau Adler muss er sich nie fürchten, die ist wie er froh, wenn sie voneinander keine Kenntnis nehmen.
Beim Lesen stellt der Kobboi mit erschrecken fest, dass es sich in der Welt überhaupt nicht auskennt. Wen und was diese Menschen alles kennen und machen. Ihm wird schon nur beim Lesen schwindlig. Ein Glück, dass ihn auf der Insel sehr selten das Fernweh packt. Für ein Leben auf dem Festland wäre er untauglich.
Immerhin der Kaffee kommt von weit her, heute passend zum Roman, ein feiner Paranà Espresso Italiano.