
Joven geniesst die Ruhe auf seiner Strandrunde.
Frau Adler hat verschlafen oder war noch früher unterwegs.
Katharina Vasces und der Kobboi sitzen vor dem Haus und schauen hinaus auf das Meer.
Alles ist gut.
Logbuch der Insel von Rittiner & Gomez

Joven geniesst die Ruhe auf seiner Strandrunde.
Frau Adler hat verschlafen oder war noch früher unterwegs.
Katharina Vasces und der Kobboi sitzen vor dem Haus und schauen hinaus auf das Meer.
Alles ist gut.

Wohin fliegen die wohl? Sind die auch auf der Isla Volante zu Hause, oder nur auf der Durchreise?

Auf das Meer hinaus und alles vergessen.

Das Meer bleibt noch länger.

Alles wieder normal, der Alltag fühlt sich für Joven gut an.
Frau Adler hingegen träumt von Veränderung.

Das Meer lädt zum Baden ein. Jovens Körpertemperatur ist zum Glück wieder im normal. Leider sind die Rückenschmerzen immer noch da, aber der Arzt findet keine Ursache dafür. Vielleicht sei es psychosomatisch. Joven kann sich darunter nichts vorstellen, aber anscheinend wäre ja das dann doch die Ursache. Im 25° Wasser sich treiben zu lassen tut ihm auf alle Fälle gut.

39° fühlen sich nach 41° schon fast gesund an. Joven ist sich zwar nicht sicher, ob da Meeresrauschen das er hört, tatsächlich vom Meer kommt, oder ob es in seinem Kopf entsteht. Seine Eltern servieren ihm heute Götterspeise. Vielleicht wollen sie ihn ja schon an die Nahrung für das Jenseits vorbereiten.

Ich gebe ungern persönliche Dinge preis und veröffentliche meine Romane unter einem Pseudonym. Die Geschichten, die ich schreibe, entspringen meiner Phantasie. Genauso gut könnten sie der Phantasie eines anderen entsprungen sein – meine Person spielt keine Rolle. Weil ich hier jedoch etwas erzähle, was ich tatsächlich erlebt habe, komme ich an dieser Stelle nicht umhin zu bestätigen, was so mancher bestimmt schon erahnt hat: Der Alte ist mein Vater.
Nur so viel: Meine Eltern liessen sich scheiden, als der Alte auf dem Gipfel seiner Karriere stand und ich, mit knapp vierzehn Jahren, in die Pubertät kam. Den vielen guten und weniger guten Ereignissen, die mein Erwachsenwerden danach prägten, werde ich hier, wie eingangs erläutert, keinen Platz einräumen. Wichtig für das Verstehen der Zusammenhänge ist, dass, als ich achtzehn Jahre alt wurde, der Kontakt zu dem Alten abbrach und er, bevor er sich für immer auf die Insel zurückzog, schwer erkrankte. Nur wenige wussten über sein Leiden Bescheid, ich gehörte nicht dazu. Der Alte und ich, wir waren uns schon lange fremd geworden.
Text: Susan Brandy

Im April flog ich über den Kontinent und bestieg an einem Dienstag die erste Fähre mit Kurs auf die Insel. Kurz bevor wir die Hafenmauern passierten, ging ich auf das hintere Deck. Da sah ich die Möwe zum ersten Mal. Sie hockte auf der Reling und starrte mich an. Ich bildete mir ein, dass sie mir etwas zu sagen hatte, doch dann stand sie auf und ich sah, dass ihr ein Bein fehlte. Sie flog davon und ich verwarf meine Phantasie. Zusammen mit einer Gruppe Tagestouristen ging ich an Land. Der Sohn des Krabbenfischers stand etwas abseits neben dem kleinen Café und ich erkannte ihn, ohne zu wissen woran. Nach einer kurzen Begrüssung luden wir mein Gepäck auf einen Pferdekarren und fuhren, begleitet von den neugierigen Blicken der Einheimischen, in Richtung Westen der Insel.
Text: Susan Brandy

Hoffentlich klappt die Verständigung zwischen den Möwen besser als zwischen Frau Adler und Herrn Cãna.
Nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten.Hilde Domin